Unsere 3 Geheimnisse die Du über BDSM wissen solltest

Die dunkle Seite der Lust kann auch geil sein!

 

Vor einigen Jahren konnte ich mir nicht annähernd vorstellen, dass es erregend sein kann, jemanden körperlich zu züchtigen oder zu unterwerfen. Aber auch die Umgekehrte Variation, dass ich das mit mir machen lasse, erschien mir völlig abstrus und auf eine gewisse Art und Weise abstoßend. Ich hab immer gesagt, dass ich mir wie eine Schauspielerin vorkommen würde, denn eine Echte Empfindung bei dieser Sexualpraktik war für mich ein anderes Universum.

Eine Freundin von mir kam mal zu mir und zeigte mir mit Stolz Striemen an ihren Hintern. Sie grinste von einem Ohr zum anderen, und der Stolz den sie ausstrahlte kam aus jeder Pore. Ich dachte damals, sie macht das mit ihrem Partner nur aus den Grund um „anders“ zu sein und sich von der Masse abzuheben. Ich empfand sogar ein wenig Mitleid für sie, denn ich war überzeugt, dass sie zu „normalen Sex“ nicht fähig ist.

Wie sollte es Erregung oder gar Lust auslösen wenn ich mir den Po mit Peitsche oder sonstigen Dingen versohlen lasse? Damals war ich noch nicht so mutig bei meiner Freundin nachzufragen, und somit war dieses Thema lange für mich völlig uninteressant. Durch Zufall stieß ich Jahre später über einen Artikel in der Zeitung über BDSM (zuerst dachte ich an eine neue Sportart), und da wurde einmal genau erklärt was das denn überhaupt ist:
BDSM bedeutet Bondage, Dominanz, Sadismus, Masochismus. Es ist eine Sexuelle Variation, bei dem alle Beteiligten die Gleichberechtigung freiwillig (und das ist WICHTIG!) abgeben, und sich in ein ungleiches Macht Gefälle begeben. Der klassische Geschlechtsverkehr kommt zwar vor, ist aber bei dieser Art der Sexualität nicht die Regel (also ohne Geschlechtsverkehr hätte es für mich keinen Reiz). Im Regelfall gibt es einen Dominanten Part (DOM) und einen Devoten (SUB). Aber was macht einen zum Dom oder zur Sub?

P. und ich hatten mal sehr ekstatischen Sex. Ich im Doggy Style; er nahm mich hart, und plötzlich klatschte seine Hand ziemlich kräftig auf meinen Hintern. Ich war überhaupt nicht schockiert oder erschrocken. Es passierte etwas in diesem Augenblick mit mir. Ich spürte das kribbeln auf meiner Haut, die Position in der ich war – in der ich nicht die Führung hatte – und das Harte penetrieren  ich ließ los. Ich dachte keine Sekunde mehr nach. Ich empfand nur mehr Lust die immer größer wurde. Ich stöhnte dabei laut auf, und P. bemerkte, dass es mir gefallen hat, und somit platzierte er gleich nochmal einen harten Schlag auf meinen Po. Die Lust wurde immer grösser, und ich muss sagen – es war einer der intensivsten Orgasmen in meinen Leben.
P. und ich redeten lange noch darüber, denn auch von ihm war das nicht geplant, aber er hat es mir so beschrieben, dass es plötzlich für ihn einen Reiz ausstrahlte wie ich da vor ihm lag (ausgeliefert) und er nicht widerstehen konnte ;). Er sagte aber auch, dass er eine Sekunde die Angst hatte, dass ich nicht so beglückt darauf reagieren würde. Was war da mit uns passiert?

Ich bin ein sehr kopflastiger Mensch. Ich denke über alles immer und immer wieder nach (so wie jetzt gerade – Ob Dir dieser Blogbeitrag wohl gefällt?!) Ich reiße Verantwortung gerne an mich, und es stört mich auch nicht, denn nur was man selber macht ist gemacht. (Ich weiß – völlig verkehrte Sichtweise!). P. hingegen ist da entspannter. Probleme werden für ihn erst zu einem, wenn es vor ihm steht. Er macht sich keine unnötigen Gedanken, und er liebt es eine gewisse dominante Autorität zu versprühen. Er ist gerne der „Macher“. Jetzt wirst Du sagen „ naja, da seit ihr aber Beide irgendwie dominant!“. Ja, da hast Du Recht, aber ich gebe gerne Verantwortung beim Sex ab (auch schon vor BDSM). Ich habe es immer genossen, wenn P. mich drehte wie er mich wollte, und auch er immer derjenige war der eine Veränderung der Position vornahm.
Und ganz plötzlich, bei diesem Schlag auf meinen A…., da gab ich jegliche Verantwortung ab. Ich lies ihn einfach tun, und dieses kribbeln verschaffte mir Lust auf einer anderen Ebene. Mich zu unterwerfen, nicht denken zu müssen. Und P. verschaffte es Lust mal komplett die Verantwortung zu übernehmen, das „sagen“ zu haben bei allen was er tut, ohne „Rücksicht“ nehmen zu müssen. Ist es so einfach? – NEIN!!!!

Der DOM hat eine enorme Verantwortung, und sorgt dafür, dass es der SUB gut geht, und das sie sich wohl fühlt (klingt komisch, ist aber so). Die Vorstellung, dass der Dom nur hinschlagen, streng reden oder die Sub nur zur Unterwerfung zwingt, ist grundlegend falsch. Jedes Handeln das er setzt, verlangt Überlegung, Verantwortung und große Aufmerksamkeit. Er muss immer erkennen ob es der Sub gut geht, oder sie sich vielleicht in einer gefährdenden Position befindet (z.Bsp. bei Bondage). Also falls Du jetzt eine kleine Devotheit in Dir verspürst dann – Freu Dich darauf!

Die SUB gibt jegliche Verantwortung ab, auch den Schutz über sich selbst (das macht auch dieses „freie“ Gefühl aus). Sie legt den Schutz ihrer Person völlig in die Hände des Dom’s. Sie ist während des „Spiels“ völlig ausgeliefert. Sie darf und muss nicht nachdenken (ist „ihm“ das jetzt recht?, Ist die Position jetzt geil genug?), aber sie stellt die Anweisungen des Doms auch nicht in Frage.
Egal in welcher Beschreibung du dich jetzt wiedererkennen magst, es ist und bleibt eine sexuelle Variation. Bei beiden Varianten sind wir auf die 3 Geheimnisse gekommen, die beim BDSM für uns unerlässlich sind:

Vertrauen – wenn kein Vertrauen zwischen den beiden Beteiligten da ist, sollte man von BDSM die Finger lassen. (Also bitte lasse Dich nicht dazu hinreißen, dass mit einem ONS zu praktizieren!)
Verantwortungsbewusstsein – der dominante Part sollte so viel davon besitzen, dass er jederzeit erkennen kann wenn eine Situation zu heikel wird.
Regeln – P. und ich haben für uns Regeln aufgestellt wie weit wir gehen wollen, wo die Grenzen liegen und auch das berühmte Safe Word darf nicht fehlen, denn wenn ich mit dem Rücken zu ihm liege, kann er nicht sehen wie ich auf etwas reagiere. Also wenn es mir zu viel, zu hart oder zu intensiv wird, dann habe ich immer dieses „Sicherheitsnetz“. Auch wenn man sich lange kennt ist das Safe Word notwendig.

Es gibt beim BDSM sehr viele Variationen, die wir Dir nach und nach in unseren Blog vorstellen werden. Wir haben diese Art von Sexualität zusätzlich für uns entdeckt, aber wir würden niemals auf den Geschlechtsverkehr verzichten oder auf ein Kuscheln nachher. Dafür sind wir uns viel zu wichtig.
Die Variation des BDSM ist nicht der Ausbruch aus einem langweiligen Sexleben, sondern ein Ausbruch des Alltags, und der Anforderungen die an uns gestellt werden. Also falls Du jetzt über BDSM nachdenkst – egal ob Du dafür oder strikt dagegen bist – und wir Dich zum nachdenken angeregt haben dann freuen wir uns darüber.


Am 7.9.2017 stellen wir Euch die Frage:
5 Tipps zur Einführung ins BDSM

Bis dahin alles L(H)iebe
Eure C. und P.

 

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