Devot? Ich doch nicht!

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

Devot? Ich doch nicht!

Eine liebe Freundin und ich, haben sich letzte Woche zu einen Spaziergang in der Stadt getroffen, und habe über einiges gesprochen, weil wir selten Zeit dafür haben. Bei einem Eis sprachen wir dann über dies und das und kamen auf eine Bekannte zu sprechen,  die wir beide kennen. Obwohl diese Frau absolut taff und mit beiden Beinen im Leben steht, habe ich persönlich geäußert, dass ich schwer vermute, dass sie devot veranlagt ist. Meine Freundin fragte nach wie ich auf das komme. Ich sehe aus ihrem Verhalten, wie sie mit ihrem Mann spricht, und wie sie sich benimmt wenn er in der Nähe ist. Meine Freundin konnte es sich nicht wirklich vorstellen, dass es so ist. Kann man devot sein und es nicht wissen?

Schulfernsehen

Der berühmte Dreiteiler aus dem Kino ist jetzt nicht unbedingt Schulfernsehen in Reinkultur, oder ein Workshop  – frei nach dem Motto – So funktioniert es, und nicht anders! Devot zu sein, dass fühlt man, und es macht einen keine Angst oder Unbehagen wenn man daran denkt. Man hat den Drang danach, und doch weiß man nicht woher das kommt, oder wie es entstanden ist. Das kann man auch nicht wirklich erklären. Wie erklärt man, dass man plötzliche Erregung empfindet, wenn man sieht wie sich eine Frau freiwillig einem Mann im Bett unterwirft, oder sich fesseln lässt.

Irgendwie ist da so ein Kribbeln

Ich wusste auch nicht, dass ich devot bin, bis ich dann mal einen Beitrag im Fernsehen sah über BDSM. Da gab es eine Szene, wo der Mann erklärte, wie viel Verantwortung man gegenüber der Frau hat wenn sie sich einen hingibt. Zum besseren Verständnis zeigte er dann mit seiner Partnerin wie er sie vorbereitet, wie das ist mit dem fixieren und auch,  wie sich das devot sein äußern kann. Es hat viele Facetten, und ist immer eine Sache der Absprache der Beteiligten. Wie ich das so sah im Fernsehen,  machte sich ein gewisses Kribbeln in meinen Bauch breit. Es war diese Art von Kribbeln, die man nicht erklären kann. Vorfreude gemischt mit Neugierde, und ein klein wenig Erregung, die man am wenigsten an sich selbst versteht, weil man noch nie auf die Idee gekommen ist, dass einen „so etwas erregen könnte“.

Ich bin doch nicht devot

Menschen (da ist es egal ob Mann oder Frau), die im Leben stehen, Verantwortung tragen oder auch eine gewisse Dominanz ausstrahlen, die sind meistens schockiert, wenn man sie fragt oder andeutet, dass sie devot sein könnten. Sie sind der Ansicht, dass man Ihnen eine gewisse Schwäche anlastet, dass sie den Anschein erwecken nicht „stark“ genug zu sein (egal ob für Beruf, Familie oder andere Dinge). Devot sein wird oft mit Schwach verwechselt von Menschen die sich damit noch nie auseinander gesetzt haben, und sie empfinden auch dabei oft ein Gefühl von Scham.

Eine Sub ist oft stärker als sie selber weiß

In diesem Fernsehbeitrag hat der Mann einen Satz gesagt, den ich damals nicht verstanden habe, aber den ich jetzt nur unterschreiben kann. „Eine Sub oder ein devoter Mensch sind stärker als sie wissen, und es ist die Aufgabe des Doms ihnen genau das zu zeigen“. Für mich war das damals ein Widerspruch. Heute ist es für mich völlig klar. Denn der devote Part lernt ständig dazu, auch über sich selbst und seine Grenzen. Diese Grenzen werden stetig erweitert, dass heißt aber auch, dass er eine Grundstärke besitzen muss, denn sonst würde er das niemals wollen bzw durchhalten können.

Ein Rohdiamamt

Ein bekennender Devoter wird eine devot veranlagte Person relativ schnell erkennen. Es ist das Verhalten in gewissen Situationen, die Art zu sprechen oder sich zu benehmen. Ich gebe zu, dass ich es auf keinen bestimmten Punkt festmachen kann. Es ist das Gesamtbild, dass mich dazu veranlasst hat anzunehmen, dass die gemeinsame Bekannte eine devote Ader besitzt. Vor allem bei Frauen finde ich, ist es so, dass sie wie Rohdiamanten sind wenn sie erkennen dass sie devot sind, und es auch leben wollen. Sie haben diese gewisse Grundstärke, aber sie gehören noch genauso geschliffen, dass sie die volle sexuelle Erfüllung erfahren können. Für mich persönlich war es der schönste und aufregendste Moment, als ich erkannte, dass ich devot bin, es in allen Ausmaßen akzeptiere, und mich das erste Mal von P. führen ließ.

Wenn Du Dich erst jetzt fragst, ob Du vielleicht devot veranlagt bist, dann denke einmal genauer darüber nach. Male Dir die Situationen aus, und höre in dich hinein, ob es dich erregt. Falls Du erkennen solltest, dass es so ist, dann stehe dazu, sprich mit deinem Partner darüber, aber empfinde keine Scham, denn devote Menschen sind meistens stärker als sie selber wissen.

Bis dahin alles Liebe

Eure C. und P.

Bildquelle

 

Ich brauche es devot zu sein

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!
„Du kannst es vielleicht nicht nach voll ziehen, aber ich brauche es devot sein zu dürfen“. Ich habe diesen Satz erst vor einigen Tagen zu P. gesagt. Wir hatten schon sehr lange keinen Sex mehr (ich meine wirklich SEHR lange). Das hat nichts mit gegenseitigen Desinteresse zu tun, aber unsere Arbeit und anderweitige Probleme haben unsere Libido quasi auf Eis gelegt (so auf Eis, dass ich dachte mir wachsen schon Spinnweben zwischen den Beinen). Es ging aber für mich nicht um den Sex alleine, dass ich schon sozial unverträglich war.
Es fehlt mir…
Ich habe selbst nach ein paar Wochen gemerkt, dass es mir fehlt mich fallen zu lassen, und die Verantwortung abzugeben. Es fehlte mir devot sein zu dürfen. Wenn man eine Beziehung führt – so wie wir – ohne Eifersucht, und wir das Verständnis für den anderen haben,  auch mal „fremd naschen“ zu dürfen (ohne Angst vor Szenen), dann wäre es nahe liegend, dass man bei so einer Durststrecke mal auswärts „isst“. Genau das  ist aber der große Nachteil vom devot sein… Da geht man nicht so schnell auswärts zu einem Anderen. Zum devot sein gehört Sicherheit und Vertrauen, und das findet man nicht bei jeden Mann an jeder Ecke.
Vorurteil und Feministinnen
Wir möchten da mit einem Vorurteil aufräumen,  wo es mir jedesmal massiv sauer aufstößt. Devot sein hat nichts mit Schlägen oder Respektlosigkeit zu tun. Wir wissen, dass wir das schon einige Male in unseren Beiträgen geschrieben haben. Trotzdem fühlen sich einige Menschen (leider sind es zu 90%Frauen) dazu fast schon getrieben, mich anzuschreiben um mir ihre ungewollte Hilfe bei der Befreiung dieser – von Demütigung geprägten Verbindung – anzubieten. Am Anfang haben P. und ich noch darüber gelacht. Jetzt ist es nicht mehr lustig.
Diese Menschen wollen oder können nicht verstehen, dass ich es brauche devot zu sein. Ich brauche es devot zu sein, weil sich mein Kopf abschaltet, mein Körper sich entspannt obwohl er dabei unter Spannung steht. Diese Menschen verstehen es nicht, dass man devot sein möchte. Wir sind es ehrlich gesagt leid, hier Missionar Arbeit an den radikal Feministinnen dieser Welt zu leisten. Es ist uns zu mühsam und es bringt sowieso nichts.
Als P. und ich dann endlich vorige Woche (nach Monaten) wieder mal Zeit für uns hatten ,uns wir uns mit Wollust der Dom/Sub Rolle widmen konnten, hatten wir beide nachher das Gefühl als ob jemand eine Zentner Last von uns genommen hätte.
Der Dom braucht es auch…
Ja, auch ER braucht es dominant zu sein, und genießt es  dann auch sehr. Er genießt es, wenn er mir genau das gibt, was ich so dringend benötige – nämlich den Kopf abschalten zu können, zu dürfen, und sogar in dieser Situation zu müssen. Allerdings kann sich er in Bezug auf schlechte Laune wenn er es nicht bekommt mehr zurück halten als ich. Wir haben dann darüber gesprochen, und für uns fest gestellt, dass der devote Teil einer Verbindung ja meistens kein schüchternes Mäuschen ist, sondern – im Gegenteil – meist ein Mensch mit wahnsinnig viel Verantwortung und Selbstbewusstsein. Wenn dieser dann kein Ventil hat, um den Druck der Verantwortung abzubauen, dann läuft nicht nur das Sexleben unrund, sondern auch das Alltägliche.
Der Dominante ist es gewohnt, und liebt es ja auch, Verantwortung zu tragen, und diese auch ständig auszuleben. Wenn – in unserem Fall – P. diese Seite im Bett nicht regelmäßig ausleben kann, dann ist das für ihn jetzt nicht so dramatisch (allerdings hat er schon angemerkt, dass es ihm gefehlt hat ;)). 
Weiteres ist es für mich als Devote nicht ausschlaggebend in welcher Facette wir das ausleben. Also ob es jetzt Orgasmuskontrolle (es gibt dazu einen Beitrag in der Dunkle Erotik) ist, oder körperliche Züchtung, oder aber auch Bondage, es geht nur darum das ich die Verantwortung über meinen Körper, meine Lust und auch über meine Sinne abgebe. Für einen gewissen Zeitrahmen, und mit einem Mann dem ich mich völlig  – ohne Angst zu haben – unterwerfen kann.
…und liebt es
Bei P. weiß man nie vorher wie er seine Dominanz auslebt, und auch das ist sehr aufregend, aber NIE und ich meine wirklich NIEMALS ist es der Fall gewesen, dass ich nur eine Sekunde gezweifelt hätte, das er mir nicht etwas Gutes tun will. Sobald er mich – non verbal positioniert hat –  weiß ich, dass ich ab diesen Zeitpunkt los lassen darf, weil er weiß,  dass ich es brauche devot zu sein, und für das liebe ich ihn noch mehr.
Darum ersuche ich bzw wir, um wirklich mehr Toleranz und Verständnis bei den Leuten die Blogs – wie unserer einer ist – nur deshalb lesen, um sich dann aufzuregen, andere als blöd und psychisch geschädigt zu bezeichnen, und dann noch die Chuzpe haben uns „Anderen“ befreien zu wollen. Wir sind nicht anders. Wir haben genauso unsere Probleme und Sorgen, und P. und ich sind auch ein Paar, dass sich streitet und sich dann kurzweilig anschweigt, aber wir sind absolut in der physischen und auch psychischen Lage unserer Sexualität auszuleben, und zwar so wie wir es für uns richtig halten.
Bis dahin alles L(H)iebe
Eure C. und P.