Lass uns streiten und vögeln

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

Die Vorweihnachtszeit sollte ja die besinnliche Zeit sein. Wo alles friedlich und harmonisch ist. Meistens ist es aber nicht so. Die Erwartungshaltung ist bei einigen Menschen so hoch, dass sich dann bei den kleinsten und nichtigsten Anlässen die Spannung entlädt und der Streit vorprogrammiert ist. Das war es dann mit Harmonie und besinnlich. Aber auch wenn nicht Weihnachten ist, ist oft eine Partei einer Beziehung oder Partnerschaft so bemüht, jeden Streit zu vermeiden, dass sich der Frust zu einem Zeitpunkt zeigt, wobei der Anlass nur eine Kleinigkeit ist. Der andere Teil der Partnerschaft ist dann meistens so überfordert, und reagiert FALSCH.

Also ist ein Streit notwendig? JA! Es muss sein, obwohl sicher keiner gerne streitet, aber es ist nun mal so, dass es sein muss, um Spannung abzubauen, und seinen Frust Luft zu machen. Egal um was es geht. Je länger man versucht den Unmut hinunter zu schlucken, desto höher wird die Unzufriedenheit, bis einem dann schon jede Kleinigkeit am anderen auf die Nerven geht, und man (oder meistens Frau) explodiert. Ich bin immer diejenige die Streit vermeiden will, weil ich mir immer denke, die kostbare und kurz bemessene Zeit mit P. will ich nicht mit streiten vergeuden. Ist das klug, obwohl ich selbst an mir bemerke, dass es schon länger unter meiner Oberfläche brodelt? Es muss sein. Ich muss ihm mal sagen was mir höllisch auf die Nerven geht, und er mich damit in den Wahnsinn treibt.

Kann man aber einen Streit auch in etwas positives verwandeln? JA! Beim streiten ist der Vorteil, dass die Energie nur so fließt, und diese kann man sehr wohl in etwas angenehmes umwandeln. Jeder schreibt ja immer man muss eine Streitkultur pflegen. Bitte was ist eine Streitkultur (gibt es einen Knigge für sich befetzende Pärchen?). Wenn man sich streitet, dann tut man das eben, und es ist klar dass man verletzende Wörter vermeiden sollte, aber wer tut das schon? Es sprudelt alles aus einem raus, was sich angestaut hat, und man den anderen endlich mal an den Kopf werfen sollte. Ich gebe aber zu, dass Frauen da ein Gedächtnis wie ein Elefant haben. Die kramen dann Sachen hervor, die Monate zurück liegen und die Mann schon längst vergessen hat, und dann meistens nur mit einem Fragezeichen vor einem sitzt, und keine Ahnung hat von was das weibliche Geschlecht da überhaupt redet.

Umgekehrt kann aber auch ein Schuh daraus werden. P. macht es schon nervös, dass wir sehr selten bis nie streiten. (frei nach dem Motto – da muss was im Busch sein!). Macht euren Liebsten doch die Freude und streitet euch mit ihm. Aber was ist nachher? Nachdem Du alles rausgekotzt hast? Schweigen? Ärgerliche Gesichter? Auch wenn Dir nicht danach ist, aber versuche mal nach einen ordentlichen Gewitter deinen Liebsten spontan zu küssen (natürlich nur, wenn Du selber wirklich das Gefühl hast, es ist wirklich alles gesagt!). Diese Energie die noch immer im Raum ist, kann nämlich jetzt in etwas positives umgewandelt werden. Küsse voller Leidenschaft, denn auch wenn man sich streitet liebt man sich ja noch immer (sollte zumindest so sein!). Natürlich muss man damit rechnen, dass man sich einen Korb einfängt, aber vielleicht auch nicht, und der Kuss wird stürmisch erwidert, und meistens endet dann so ein Streit oft im Bett.

Die Versöhnung ist ja bekanntlich das Schönste an einen Streit, und so ein Versöhnungsfick kann voller Leidenschaft sein, wie man ihn schon lange nicht mehr erlebt hat, und wo man an sich selber auch bemerken kann, dass man sich auf einmal Dinge traut, die man in der Zeit der Anspannung lieber unterlassen hat, weil es sich Frau verkniffen hat. Dein Partner wird sich sicher wundern, wenn Du ihn einen nicht nur zur Overtüre mal „schnell einen bläst“, sondern es zelebrierst. Es selber auch geniest, und es dir auch ein Gefühl gibt dass Du das Einzige bist, was ER jetzt braucht und benötigt. Ich spüre in solchen Situationen immer wie ich entspannter und „weicher“ werde, und das schönste Kompliment bekomme ich wenn P. zu mir nachher sagt „Lass uns bald mal wieder streiten“.

Bis dahin eine besinnliche und streitlustige Zeit

Eure C. und P.

Zeit für Sex?

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

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Mein Terminplaner

Wir leben in einer wahnsinnig hektischen Zeit. Wir haben eigentlich nie Zeit für irgendwas. Aber wir packen trotzdem alles mögliche in einen einzigen Tag. Wir haben alle Handys, Laptops und (so wie ich noch ganz altmodisch) einen Timer, der dicker und fetter ist als ein Lexikon. Ohne diesen bin ich völlig hilflos – er ist mein zweites Gehirn. Er ist vollgestopft mit Post It’s und anderen Aufklebern. Samstags mach ich mir immer meine Planung für die kommende Woche. Wenn ich dann damit fertig bin, dann denke ich jede Woche das Gleiche – ok? Wo presse ich noch den Brunch mit der Freundin rein? Wo bleibt Zeit für P. und mich? Und wo bitte schön erhole ich mich mal einen Tag lang OHNE Termine und Verpflichtungen (egal ob geschäftlich oder privat).

Die Zeit, die wir alle so großzügig verplanen ist sehr knapp, und für Sex bleibt nur begrenzt bis gar keine „freie Stunde“. Alleine schon die Definition lässt mir die Gänsehaut aufsteigen. „Freie Stunde“ – bitte – Wirklich jetzt? Für die schönste Sache der Welt planen wir nichts an zeitlichen Ressourcen ein? Ist das dann nicht der Grund dafür warum so viele Beziehungen, Partnerschaften und Ehen in ihrer wunderschönen Planung untergehen, und sich verlieren? Ich merke es bei P. und mir genauso. Sein Termine, meine Dienste, und dann der Blog, der natürlich auch sehr viel Pflege und Liebe benötigt. Bis wir mal ein Zeitfenster für uns finden vergehen oft Wochen. Mich deprimiert das sehr. Kann ich es ändern?

Ja, natürlich. Ich bin aber oft so fest gefahren in meinen Gewohnheiten, dass ich mir keine Zeit für die Zeit zu Zweit nehme. Das soll sich jetzt ändern, und ich habe auch schon damit angefangen. Ich nehme ab 20 Uhr keine Anrufe mehr entgegen, die ich nicht möchte. Ich beantworte keine Mails mehr nach 18 Uhr,  die können warten. Ich nehme mir die Zeit am Abend wenn ich alleine bin, und P. bei sich schläft, für meinen Blog, und er für seine Dinge die er gerne tut. Wir streiten selten, aber wenn, dann geht es immer um das Gleiche. WIR HABEN KEINE ZEIT FÜREINANDER! Ein Quickie kann ja hin und wieder ganz nett sein, aber als Dauerlösung ist das sicher gar nichts (und schon gar nicht, wenn dann einer von uns auf die Uhr dabei schaut 😦 ). Das ist ungefähr so geil wie lange Angora Unterhosen.

Wie ändert man so eine Situation? Ich kenne ein Pärchen, die haben das für sich auf eine ganz eigene Art gelöst. Die sind beide sehr eingespannt beruflich. Er ist Anwalt, sie Betriebsanalyistin. Beide mit einem Terminkalender so dick wie ein Telefonbuch (kennen das noch alle unserer Leser(innen) 🙂 ). Irgendwann mal erzählte sie mir, dass – wenn überhaupt – Sex nur alle zwei bis drei Monate ein Thema war, und sie an sich selbst schon einen hohen Grad an „sozialer Unverträglichkeit“ bemerkte. Sie motzte herum, und zwar an allen. Irgendwann platzte ihr der Kragen, und gleichzeitig auch in das Büro ihres Göttergatten. Sie schlug verbal ziemlich auf den Tisch, und je mehr sie sich die aufgestaute Wut der letzten Monate von der Seele redete, desto schärfer wurde ihr Mann. So scharf, dass er (wie im Film) den Schreibtisch abräumte, und sie hart auf dem Tisch vögelte.

Ab dem Zeitpunkt planten sie jede Woche einen Tag ein, der nur ihnen gehörte. Egal ob Wellness, oder einfach im Bett bleiben. Egal – Hauptsache sich Zeit füreinander nehmen. Da wurde auch nicht von seiner oder ihrer Arbeit gesprochen, da wurden keine Telefonate entgegengenommen, oder Mails beantwortet. Sie redeten miteinander, sie nahmen sich gegenseitig wahr, entdeckten sich neu aber doch vertraut. Wie machen wir Menschen es wenn wir einen neuen Mann/Frau kennen lernen? Es rückt alles andere in den Hintergrund. Nichts ist so wichtig für uns – in der Phase des Verliebtseins – als das was der andere denkt, fühlt, will oder sich wünscht. Wir bringen unser Gegenüber in den Fokus unseres ganzen Interesses. Wir nehmen uns die Zeit einfach.

Irgendwann (von Experten wird immer von einen Zeitrahmen von ca. 6 -12 Monate gesprochen) normalisiert sich dieser Zustand wieder, und die alltäglichen Dingen gewinnen wieder mehr und mehr an Bedeutung. Die Zeit für den Anderen wird weniger und weniger, weil wir der festen Überzeugung sind, dass wir eh schon SO VIEL vom anderen wissen. Das ist der Punkt wo ich persönlich aufschreie – NEIN. Wir glauben nur sehr viel vom anderen zu kennen und zu wissen, aber wir vergessen dabei, dass auch bei unseren Liebsten sich die Bedürfnisse und Wünsche verändern können. Die Wertigkeiten sich vielleicht verschieben. Das was „er“ vielleicht beim ersten Sex mit Dir toll fand, heute nicht mehr das ist, was im Vordergrund steht, sondern eventuell der Wunsch mit Dir etwas neues im Bett zu entdecken.

Auch wenn wir uns da immer wieder wiederholen – reden miteinander ist hier die Einzige Lösung. Zeit füreinander nehmen, auch fragen ob der Sex noch immer geil und aufregend ist, oder ob der Wunsch nach etwas anderem oder neuen da ist. Probiert Euch aus, entdeckt Euch neu – egal wie! Wann habt ihr das Letzte mal einen ganzen Tag im Bett verbracht (von der letzten Magen Darm Grippe mal abgesehen)? Hast Du schon mal überlegt was DU vielleicht anders haben möchtest? Was ist für dich im Laufe zur Zeit zur Routine geworden, und Du tust es nur mehr aus lieber Gewohnheit? Aber bei der Ganzen Sache ist eines wichtig – ZEIT!

Zeit die man sich nehmen muss, wenn man einander wichtig ist. Du beherrscht heute mit allen Hilfsmittel (Handy, Laptop…) die Zeit? Nein,- die Zeit beherrscht dich – NOCH! Wir sind sicher, dass Du genauso wie wir dahinter kommen, dass die Zeit füreinander die Wichtigste ist.

Bis dahin alles Liebe

Eure C. und P.