Ich brauche es devot zu sein

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!
„Du kannst es vielleicht nicht nach voll ziehen, aber ich brauche es devot sein zu dürfen“. Ich habe diesen Satz erst vor einigen Tagen zu P. gesagt. Wir hatten schon sehr lange keinen Sex mehr (ich meine wirklich SEHR lange). Das hat nichts mit gegenseitigen Desinteresse zu tun, aber unsere Arbeit und anderweitige Probleme haben unsere Libido quasi auf Eis gelegt (so auf Eis, dass ich dachte mir wachsen schon Spinnweben zwischen den Beinen). Es ging aber für mich nicht um den Sex alleine, dass ich schon sozial unverträglich war.
Es fehlt mir…
Ich habe selbst nach ein paar Wochen gemerkt, dass es mir fehlt mich fallen zu lassen, und die Verantwortung abzugeben. Es fehlte mir devot sein zu dürfen. Wenn man eine Beziehung führt – so wie wir – ohne Eifersucht, und wir das Verständnis für den anderen haben,  auch mal „fremd naschen“ zu dürfen (ohne Angst vor Szenen), dann wäre es nahe liegend, dass man bei so einer Durststrecke mal auswärts „isst“. Genau das  ist aber der große Nachteil vom devot sein… Da geht man nicht so schnell auswärts zu einem Anderen. Zum devot sein gehört Sicherheit und Vertrauen, und das findet man nicht bei jeden Mann an jeder Ecke.
Vorurteil und Feministinnen
Wir möchten da mit einem Vorurteil aufräumen,  wo es mir jedesmal massiv sauer aufstößt. Devot sein hat nichts mit Schlägen oder Respektlosigkeit zu tun. Wir wissen, dass wir das schon einige Male in unseren Beiträgen geschrieben haben. Trotzdem fühlen sich einige Menschen (leider sind es zu 90%Frauen) dazu fast schon getrieben, mich anzuschreiben um mir ihre ungewollte Hilfe bei der Befreiung dieser – von Demütigung geprägten Verbindung – anzubieten. Am Anfang haben P. und ich noch darüber gelacht. Jetzt ist es nicht mehr lustig.
Diese Menschen wollen oder können nicht verstehen, dass ich es brauche devot zu sein. Ich brauche es devot zu sein, weil sich mein Kopf abschaltet, mein Körper sich entspannt obwohl er dabei unter Spannung steht. Diese Menschen verstehen es nicht, dass man devot sein möchte. Wir sind es ehrlich gesagt leid, hier Missionar Arbeit an den radikal Feministinnen dieser Welt zu leisten. Es ist uns zu mühsam und es bringt sowieso nichts.
Als P. und ich dann endlich vorige Woche (nach Monaten) wieder mal Zeit für uns hatten ,uns wir uns mit Wollust der Dom/Sub Rolle widmen konnten, hatten wir beide nachher das Gefühl als ob jemand eine Zentner Last von uns genommen hätte.
Der Dom braucht es auch…
Ja, auch ER braucht es dominant zu sein, und genießt es  dann auch sehr. Er genießt es, wenn er mir genau das gibt, was ich so dringend benötige – nämlich den Kopf abschalten zu können, zu dürfen, und sogar in dieser Situation zu müssen. Allerdings kann sich er in Bezug auf schlechte Laune wenn er es nicht bekommt mehr zurück halten als ich. Wir haben dann darüber gesprochen, und für uns fest gestellt, dass der devote Teil einer Verbindung ja meistens kein schüchternes Mäuschen ist, sondern – im Gegenteil – meist ein Mensch mit wahnsinnig viel Verantwortung und Selbstbewusstsein. Wenn dieser dann kein Ventil hat, um den Druck der Verantwortung abzubauen, dann läuft nicht nur das Sexleben unrund, sondern auch das Alltägliche.
Der Dominante ist es gewohnt, und liebt es ja auch, Verantwortung zu tragen, und diese auch ständig auszuleben. Wenn – in unserem Fall – P. diese Seite im Bett nicht regelmäßig ausleben kann, dann ist das für ihn jetzt nicht so dramatisch (allerdings hat er schon angemerkt, dass es ihm gefehlt hat ;)). 
Weiteres ist es für mich als Devote nicht ausschlaggebend in welcher Facette wir das ausleben. Also ob es jetzt Orgasmuskontrolle (es gibt dazu einen Beitrag in der Dunkle Erotik) ist, oder körperliche Züchtung, oder aber auch Bondage, es geht nur darum das ich die Verantwortung über meinen Körper, meine Lust und auch über meine Sinne abgebe. Für einen gewissen Zeitrahmen, und mit einem Mann dem ich mich völlig  – ohne Angst zu haben – unterwerfen kann.
…und liebt es
Bei P. weiß man nie vorher wie er seine Dominanz auslebt, und auch das ist sehr aufregend, aber NIE und ich meine wirklich NIEMALS ist es der Fall gewesen, dass ich nur eine Sekunde gezweifelt hätte, das er mir nicht etwas Gutes tun will. Sobald er mich – non verbal positioniert hat –  weiß ich, dass ich ab diesen Zeitpunkt los lassen darf, weil er weiß,  dass ich es brauche devot zu sein, und für das liebe ich ihn noch mehr.
Darum ersuche ich bzw wir, um wirklich mehr Toleranz und Verständnis bei den Leuten die Blogs – wie unserer einer ist – nur deshalb lesen, um sich dann aufzuregen, andere als blöd und psychisch geschädigt zu bezeichnen, und dann noch die Chuzpe haben uns „Anderen“ befreien zu wollen. Wir sind nicht anders. Wir haben genauso unsere Probleme und Sorgen, und P. und ich sind auch ein Paar, dass sich streitet und sich dann kurzweilig anschweigt, aber wir sind absolut in der physischen und auch psychischen Lage unserer Sexualität auszuleben, und zwar so wie wir es für uns richtig halten.
Bis dahin alles L(H)iebe
Eure C. und P.

It-Girl mit 48

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

Dieser Beitrag heute ist mal ausnahmsweise nur aus meiner weiblichen Sicht geschrieben, weil ich es noch immer nicht fassen kann, dass MIR so etwas passiert. JA, ich bin 48 Jahre, und JA, ich habe beschlossen mit 48 Jahren einen Blog über Erotik für Frauen ins Leben zu rufen (natürlich mit P. gemeinsam, -muss ich sagen sonst zieht er wieder eine  Schnute 😉 )., und JA, ich schreibe übers Ficken, lecken und andere Dinge die Frau bewegt (oder wo wir denken es ist ein Thema mit dem sich Frau eben so beschäftigt, weil wir ja immer nachdenken). Dann bekomme ich letzte Woche eine Mail von einer jungen Dame mit 23 Jahren, die mal kurz auf meinen Blog „rein gesehen hat“, und sich im Großen und Ganzen positiv darüber geäußert hat (das hört man ja immer gerne). 

Allerdings folgten dann Sätze, wo ich zweimal hinschauen musste um zu realisieren, dass das „echt“ ist. Mir wurde die Frage gestellt, ob ich mir überlegt habe, ob ich für 48 Jahre nicht schon „zu ALT“ sei einen Erotik Blog zu betreiben, denn es ist ja so, dass man als Bloggerin auch irgendwie „Vorbildfunktion“ hat, und als IT Girl gilt. Das IT GIRL muss ja „über das was sie schreibt auch nach „außen vertreten“ können, etwas darstellen und das Sinnbild dafür sein was sich andere Frauen wünschen“. Bei diesen Sätzen hat es mir ja so etwas von den Vogel raus geknallt. Ich wusste im ersten Schock gar nicht was ich darauf antworten sollte, da ich aber ein Mensch bin, der auch immer hinter die Kulissen blickt, fragte ich denn nach „warum man denn als Bloggerin ein IT Girl sein müsste?“ Die kurze und knackige Antwort kam dann schnell „Alleine die Frage bestätigt, dass Du keine Ahnung hast.“

Ich habe im ersten Zorn auf Twitter mal nach gefragt, und gut das ich das getan habe, denn ich wurde besänftigt, und wieder mit meiner Welt halbwegs versöhnt. (Danke an dieser Stelle besonders @EllyNattdis, @CarinaA_Autorin, @steuerdany). Da ich mich bei solchen Themen ja dann gleich verbeiße, habe ich mal nach recherchiert, und meine Antwort an die junge Dame mit 23 Jahre lautet folgendermaßen:

Das erste IT Girl gab es bereits 1927! (das heißt die Dame hat heute auch schon einige Jährchen am Buckl). In dem Kontext bedeutet IT –> „eine Eigenschaft die manche Frauen!!!! besitzen um andere mit ihrer Präsenz und ihrer Ausstrahlung magnetisch anzuziehen. IT kann entweder eine geistige Eigenschaft oder aber auch physische Ausstrahlung sein, oder im Idealfall, Beides.“ Also ich lese da nichts von ALTER? (und die Definition ist aus dem Duden). Das sich sogenannte IT Girls bei jeder nur erdenklichen Veranstaltung tummeln, wo nur irgendein D Prominenter auftaucht, um mal kurz bei der vielleicht laufenden Live Kamera aus dem Regional Sender aus Unterpremstätten (jeder der aus Unterpremstätten kommt – Verzeihung, dass soll keine persönliche Beleidigung sein), vorbei zu laufen um „im Bild gewesen zu sein“ – ja, da kann ich mit meinen 48 Jahren nicht mithalten – ICH habe nämlich besseres zu tun, als mir darüber Gedanken zu machen, ob ich ein IT Girl bin oder nicht.

Aber gut, rollen wir es von der anderen Seite auf. Frauen in meinen Alter haben Erfahrung, Ausstrahlung (und das hat wirklich jede Frau!!), und Frauen in meinen Alter strahlen Erotik aus, denn sie wissen was sie im Bett wollen, und sich von ihrem Sexualpartner wünschen. Frauen in meinen Alter wollen auch noch experimentieren (nein,-wir sind noch nicht tot!!), vieles noch probieren, denn sie wissen was ihnen sexuell gut tut und was nicht. Sie brauchen es nicht erst heraus zu finden. Falls es jetzt einen leisen Aufschrei gibt weil eine zwanzig jährige junge Frau meint „sie wisse das auch schon“, dann muss ich leider entgegnen – NEIN. Das kann nicht sein, denn Sexualität und das was man will, oder nicht, dass kommt mit den Jahren, und der Erfahrung, und auch natürlich mit der eigenen Persönlichkeit. Jeder Mensch muss sich etablieren im Leben, im Beruf, in der Partnerschaft und auch beim Sex.

Da ich ja schon immer eine Befürworterin war von „wenn es das noch nicht gibt, dann erfinden wir es halt“, bin ich ja schwer dafür ein Äquivalenz zu gestalten. Frauen in meinen Alter oder älter sind Erfahren, haben Ausstrahlung und sind in irgendeinen Bereich ihres Lebens äußerst erfolgreich. Sie haben also alle Eigenschaften um eigentlich ein IT Girl zu sein, wenn da nicht blöderweise das Geburtsdatum wäre (das ist jetzt sarkastisch gemeint). Also ich habe mir da etwas einfallen lassen, und alles – in meinen Augen repräsentiert die FRAUEN:

P – Produktiv (welche Frau ist das nicht?)

R – responsible (Verantwortung) (ständig und oft zuviel)

E – eloquent (man hört ihr zu weil sie weiß wovon sie spricht)

S – Sexappeal (jede Frau hat sie)

E – Experience (Erfahrung bringt sie ein in allem was sie tut – auch für andere)

N – Nonsens (in jeden Alter von ihr noch zu haben)

T – Things (great) (sie tut ständig große Dinge, hängt sie aber nie an die große Glocke)

PRESENT WOMAN! (PW) 

Um das Thema abzuschließen, (und das ich auch wieder meinen inneren Frieden finde), ich werde weiter über Erotik, Sex und andere Themen schreiben, darüber reden und diese Meinung nach außen vertreten., denn ich bin PRESENT WOMAN, und stolz darauf!

Wem das nicht zusagen sollte, und so engstirnig ist,  sich auf (m)ein Geburtsdatum aufzuhängen, dem ist einfach nicht zu helfen. Aber reden wir gerne in 20 Jahren nochmal darüber! 😉 Blogt, schreibt, malt, habt Sex bis zum abwinken—egal-es gibt nichts für das man zu „alt“ ist wenn man es will.

Bis dahin alles Liebe

Eure C.