Mädchen weinen nicht

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

Mädchen weinen nicht

Der Titel unseres heutigen Beitrages “ Mädchen weinen nicht “ mag Dich zuerst verwirren, denn normalerweise kennst Du diesen Satz nur mit „Jungs weinen nicht“, aber auch hier haben sich die Zeiten massiv geändert. Die Emanzipation hat auch hier voll zugeschlagen. Überlege mal ganz genau, wann Du das letzte Mal in der Öffentlichkeit geweint hast? Wann hast Du – unabhängig wo du gerade warst – deinen Tränen freien Lauf gelassen. Wann weinen wir ungeniert, und wo ist es uns peinlich?

Weinen hat viele Gesichter

Weinen ist ein Zeichen von Trauer, von Verzweiflung aber natürlich auch von Freude. Das Weinen in der Öffentlichkeit kann also auch schön sein für andere, wenn sie sehen, dass man sich hemmungslos freuen kann, und die Tränen dadurch fliesen. Wenn wir über den Verlust (durch Tod) eines Menschen weinen finden wir oft keine tröstenden Worte, und würden doch so gerne helfen. Wenn Frauen aber weinen über die Trennung von einem Mann, dann wird fast keine Frau ihren Tränen und ihrer Trauer außerhalb ihrer vier Wände zeigen. Aus Scham, oder aber auch weil sie sich selber als schwach und angreifbar empfindet, selber keine Erklärung hat warum sie weint, oder weil sie Ihr Umfeld nicht in Verlegenheit bringen will, weil dieses ganz schwer mit so einer Art „Trauer“ umgehen kann.

Frauen werden härter

Auch die Emanzipation hat ihre Kehrseite. Mit der Fortschreitung dieser, haben wir auch vergessen oder verlernt den einfachsten menschlichen Dingen nach zu geben. Wir wollen als Frauen den gleichen Lohn oder die gleiche Anerkennung wie Männer, also müssen wir auch härter werden, mehr einstecken können, und einfach mehr aushalten. Ist das wirklich so? Müssen wir so an diese Sache heran gehen? Verbieten wir uns selber in der Öffentlichkeit zu weinen? Um einen Mann, um eine Liebe zu weinen? Wir finden  – JA! Im Teenager Alter ist es vielleicht noch akzeptabel, aber wenn man eine Erwachsene Frau ist, dann geht das ja gar nicht.

Zu dumm, zu weich, zu labil?

Wenn man seinen Liebeskummer frei auslebt, dann gilt man dann oft als „Na schön dumm, dass Du dem nachweinst“, oder „Du bist zu weich, du musst dir eine härtere Schale zulegen“, oder aber auch “ Du bist einfach zu labil, vielleicht solltest Du dir einen anderen Typ von Mann suchen“. Bei allen drei Aussagen (die wir vielleicht schon mal selbst gehört haben), hat man das Gefühl, dass die Trauer die wir empfinden eher „lästig“ ist, und auf Unverständnis stößt. Wir denken nicht, dass man dumm, weich oder labil ist, denn so wie der körperliche Schmerz nicht messbar ist so ist es auch mit dem seelischen Schmerz.

Weinen macht hilflos

Weinen macht hilflos, uns selbst angreifbar und verletzbar. Wir fühlen uns dann so, als ob wir Sommerurlaub in der Karibik machen und kein Sonnenschutzmittel auftragen (mir fällt leider kein anderes Beispiel ein – verzeih mir). Obwohl uns sicher keiner – den du nicht kennst – blöd anmachen würde wenn Du weinst (z.Bsp. in der U Bahn), fühlst Du Dich irgendwie schutzlos. Was tut Mensch? – er verkneift es sich. Wie ist das bei Freunden? Hier kann man doch annehmen, dass man hemmungslos weinen kann und darf. Aber auch hier versuchen wir es zu unterdrücken. Frau lächelt obwohl ihr eher nach schreien und toben wäre. Immerhin sind wir so weit noch gepolt niemanden zur Last zu fallen. Außerdem echte Freunde sagen auch die Wahrheit, und die Wahrheit wollen wir dann sowas von gar nicht hören, oder?

Weinen reinigt auch

Ich habe es mir abgewöhnt (oder versuche es zumindest) mich da nicht mehr zurück zu halten, so weit es denn möglich ist. Wenn mich wirklich etwas trifft, dass mit Liebe zu tun hat, dann weine ich was das Zeug hält. Ich lege mir die traurigste Musik auf, die ich finden kann, oder sehe mir den schnulzigsten Liebesfilm an, den die DVD Sammlung hergibt, und dann geht es los. Weinen ohne Punkt und Komma, dazu noch eine Flasche Wein, und der seelische Tiefpunkt ist in greifbarer Nähe. Klingt masochistisch? Ja vielleicht, aber das Ganze hat auch einen „therapeutischen“ Zweck, denn es ist auch befreiend, und macht den Kopf klarer, denn  irgendwann hat man alle Tränen geweint, und kann sich wieder auf etwas neues konzentrieren.

Der Schmerz bleibt

Ein Appell an alle Freunde, die es gut meinen — auch wenn die Freundin sich nicht mehr die Augen aus dem Kopf weint, oder wie eine Trauerweide herumläuft, der Schmerz der ist vielleicht noch immer so präsent wie am ersten Tag (auch wenn man es als Freund/in nicht nachvollziehen kann) Darum tut es immer gut (auch nach Monaten) mal zu fragen wie es ihr/ihm geht. Die traurige und etwas morbide Wahrheit ist aber so, dass der/die Einzige der einen den Schmerz vielleicht nehmen kann, derjenige ist, wegen dem man so geweint hat. Mädchen weinen, und das ist gut so, denn die aufgesetzte Härte zu sich selber ist eigentlich nicht nötig, und wenn jemand meint „Bitte hör doch auf zu weinen, du bist doch eine Erwachsene Frau.“, dann antworte „Ja erwachsen, aber nicht emotionslos“.

Bis dahin alles Liebe

Eure C. und P.

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Devot? Ich doch nicht!

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Devot? Ich doch nicht!

Eine liebe Freundin und ich, haben sich letzte Woche zu einen Spaziergang in der Stadt getroffen, und habe über einiges gesprochen, weil wir selten Zeit dafür haben. Bei einem Eis sprachen wir dann über dies und das und kamen auf eine Bekannte zu sprechen,  die wir beide kennen. Obwohl diese Frau absolut taff und mit beiden Beinen im Leben steht, habe ich persönlich geäußert, dass ich schwer vermute, dass sie devot veranlagt ist. Meine Freundin fragte nach wie ich auf das komme. Ich sehe aus ihrem Verhalten, wie sie mit ihrem Mann spricht, und wie sie sich benimmt wenn er in der Nähe ist. Meine Freundin konnte es sich nicht wirklich vorstellen, dass es so ist. Kann man devot sein und es nicht wissen?

Schulfernsehen

Der berühmte Dreiteiler aus dem Kino ist jetzt nicht unbedingt Schulfernsehen in Reinkultur, oder ein Workshop  – frei nach dem Motto – So funktioniert es, und nicht anders! Devot zu sein, dass fühlt man, und es macht einen keine Angst oder Unbehagen wenn man daran denkt. Man hat den Drang danach, und doch weiß man nicht woher das kommt, oder wie es entstanden ist. Das kann man auch nicht wirklich erklären. Wie erklärt man, dass man plötzliche Erregung empfindet, wenn man sieht wie sich eine Frau freiwillig einem Mann im Bett unterwirft, oder sich fesseln lässt.

Irgendwie ist da so ein Kribbeln

Ich wusste auch nicht, dass ich devot bin, bis ich dann mal einen Beitrag im Fernsehen sah über BDSM. Da gab es eine Szene, wo der Mann erklärte, wie viel Verantwortung man gegenüber der Frau hat wenn sie sich einen hingibt. Zum besseren Verständnis zeigte er dann mit seiner Partnerin wie er sie vorbereitet, wie das ist mit dem fixieren und auch,  wie sich das devot sein äußern kann. Es hat viele Facetten, und ist immer eine Sache der Absprache der Beteiligten. Wie ich das so sah im Fernsehen,  machte sich ein gewisses Kribbeln in meinen Bauch breit. Es war diese Art von Kribbeln, die man nicht erklären kann. Vorfreude gemischt mit Neugierde, und ein klein wenig Erregung, die man am wenigsten an sich selbst versteht, weil man noch nie auf die Idee gekommen ist, dass einen „so etwas erregen könnte“.

Ich bin doch nicht devot

Menschen (da ist es egal ob Mann oder Frau), die im Leben stehen, Verantwortung tragen oder auch eine gewisse Dominanz ausstrahlen, die sind meistens schockiert, wenn man sie fragt oder andeutet, dass sie devot sein könnten. Sie sind der Ansicht, dass man Ihnen eine gewisse Schwäche anlastet, dass sie den Anschein erwecken nicht „stark“ genug zu sein (egal ob für Beruf, Familie oder andere Dinge). Devot sein wird oft mit Schwach verwechselt von Menschen die sich damit noch nie auseinander gesetzt haben, und sie empfinden auch dabei oft ein Gefühl von Scham.

Eine Sub ist oft stärker als sie selber weiß

In diesem Fernsehbeitrag hat der Mann einen Satz gesagt, den ich damals nicht verstanden habe, aber den ich jetzt nur unterschreiben kann. „Eine Sub oder ein devoter Mensch sind stärker als sie wissen, und es ist die Aufgabe des Doms ihnen genau das zu zeigen“. Für mich war das damals ein Widerspruch. Heute ist es für mich völlig klar. Denn der devote Part lernt ständig dazu, auch über sich selbst und seine Grenzen. Diese Grenzen werden stetig erweitert, dass heißt aber auch, dass er eine Grundstärke besitzen muss, denn sonst würde er das niemals wollen bzw durchhalten können.

Ein Rohdiamamt

Ein bekennender Devoter wird eine devot veranlagte Person relativ schnell erkennen. Es ist das Verhalten in gewissen Situationen, die Art zu sprechen oder sich zu benehmen. Ich gebe zu, dass ich es auf keinen bestimmten Punkt festmachen kann. Es ist das Gesamtbild, dass mich dazu veranlasst hat anzunehmen, dass die gemeinsame Bekannte eine devote Ader besitzt. Vor allem bei Frauen finde ich, ist es so, dass sie wie Rohdiamanten sind wenn sie erkennen dass sie devot sind, und es auch leben wollen. Sie haben diese gewisse Grundstärke, aber sie gehören noch genauso geschliffen, dass sie die volle sexuelle Erfüllung erfahren können. Für mich persönlich war es der schönste und aufregendste Moment, als ich erkannte, dass ich devot bin, es in allen Ausmaßen akzeptiere, und mich das erste Mal von P. führen ließ.

Wenn Du Dich erst jetzt fragst, ob Du vielleicht devot veranlagt bist, dann denke einmal genauer darüber nach. Male Dir die Situationen aus, und höre in dich hinein, ob es dich erregt. Falls Du erkennen solltest, dass es so ist, dann stehe dazu, sprich mit deinem Partner darüber, aber empfinde keine Scham, denn devote Menschen sind meistens stärker als sie selber wissen.

Bis dahin alles Liebe

Eure C. und P.

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