Im Bett hat keiner die Hosen an

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

Wie weit soll Feminismus denn gehen?

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Wir sind unlängst bei einen anderen Blogger auf einen Beitrag gestoßen, der uns ziemlich aufgestoßen hat, denn obwohl ich eine Frau bin, fand ich die Ansichten die dort vertreten wurden schon sehr extrem. Es ging dabei um Feminismus und Sex. Tja, und das was wir da gelesen haben, ist schon sehr Hardcore. Hier wurde aufgeschlüsselt, dass Frauen im Bett noch immer unterdrückt werden, sie alles nur tun um zu gefallen (welcher Mensch macht das nicht?), und – das ist wirklich das „Oberding“ – BDSM Praktizierende in der devoten Rolle (und das sind eben meistens Frauen), sind laut der These der Schreibenden meistens geschlagene Frauen, die sich kontrolliert verletzen lassen, und sich freiwillig unterdrücken lassen. Also eine „Art Vergewaltigung“? Bei dieser Aussage sind wir aber dann schon leicht verwundert gewesen.

Was bedeutet Feminismus eigentlich? Es bedeutet, dass die Frau selbstbestimmt ist, und gleichberechtigt. Wenn wir das jetzt herunterbrechen auf das rein sexuelle, und alle sozialen und akademischen Aspekte außen vor lassen, dann sehen wir uns den Feminismus mal im „Bett“ an! Ich kann doch als Frau sehr wohl selbstbestimmt sein im Bett, und mich trotzdem der Lust der devoten Rolle hingeben. Ich kann auch gleichberechtigt sein, auch wenn ich „unten“ liege beim Geschlechtsverkehr. Für uns sind das zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn wir von einer normalen Beziehung ausgehen, sollte das eigentlich nie ein Thema sein. (Frage: Haben Radikal Feministinnen keine „normale“ Beziehung?). Gut, die kritische Leserin könnte natürlich jetzt in die Waagschale werfen, was ist schon „normal“, was ist pervers?

Richtig, aber normal ist doch alles wo sich beide einig sind, und wo niemanden gegen seinen Willen Gewalt angetan wird, oder? Darum haben wir es als sehr vermessen gefunden, dass man devote Frauen ein wenig so dargestellt hat, als das sie nicht beurteilen können wenn sie freiwillig devot sind, und damit ihre „verdrängten, ihnen zugeführten Gewalt Attacken überspielen“ wollen. Also ich bin devot weil ich es sein will, und nicht um etwas zu überspielen, und es hat mich auch nie jemand zu etwas gezwungen, oder genötigt. Ich tue alles im Bett beim Sex freiwillig und gerne. Also bin ich im Bett eine Feministin. Laut Ansicht der Blogger Kollegin nicht.

Das Faszinierende an dem Beitrag war, dass wir auf fast 2000 Wörtern kein einziges gefunden haben WIE denn jetzt der Sex für eine Feministin aussehen soll. Wir können uns aus den ausschweifenden Beitrag (auch wenn man sich ihn zweimal reinzieht ;( ) nicht vorstellen wie es denn jetzt für eine Feministin im Bett laufen soll? (ist da was anders, oder gibt es da eigene Regeln?). Wir wollen uns nicht lustig machen, aber wir wehren uns dagegen, dass einzelne Sexualpraktiken Frauen zugeschrieben wird, die (verzeiht die saloppe Ausdrucksweise) „nicht ganz zimmersauber“ sind. Und bitte liebe Feministinnen – der Blowjob ist sehr wohl ein Vorspiel, und keine Variante der Unterdrückung. Natürlich wird es noch immer Frauen geben die unterdrückt werden – auch vom eigenen Partner – aber da ist die Unterdrückung nicht nur auf das Schlafzimmer beschränkt, sondern greift in das komplette Leben ein. Selbstverständlich gehört gegen solche Art von Männer etwas getan.

Alle Männer allerdings in einen Topf voller gewaltbereiter, und rücksichtsloser Neandertaler zu werfen ist Schwachsinn und falsch. Nehmen wir aber ein Beispiel her, dass nicht aus meiner Generation ist, sondern aus der Generation meiner Großeltern. Meine Großmutter war bei weiten keine Feministin, aber sie hatte im Haushalt und auch bei der Kindererziehung die „Hosen“ an, mein Großvater war im Schichtdienst, und deswegen nicht regelmäßig zu Hause. Meine Großmutter hat sich nie unterdrückt gefühlt, denn sie sagt heute noch „wir haben trotzdem alles gemeinsam entschieden und besprochen“. Also war sie eine Feministin ohne das sie es wusste? Nein – Sie war eine ganz normale Frau, die wusste was nötig ist, um das Leben so zu gestalten wie es für SIE richtig und schön ist.

Wir sind der Ansicht, dass es jetzt mal nötig wäre, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dort wo Gleichberechtigung nach wie vor ein Thema ist (Die Höhe des Lohnes für Frauen, Recht auf Freiheit – vor allem in den islamischen Ländern usw.) bin ich die Erste die dafür ist, aber Gleichberechtigung auszuschlachten bis zur Schmerzgrenze ist nicht hilfreich, sondern kontraproduktiv. Druck verschafft immer Gegendruck – und ich möchte nicht wissen wenn es den Männern mal zuviel wird (was ich verstehen könnte!), und auch zum „Maskulinismus“ aufrufen? Dann kann es passieren, dass wir die gleichen Umstände wieder haben wie vor 100 Jahren. Die Frage ist, ob wir das wirklich wollen, denn dann wäre der Sinn warum Frauenrechtlerinnen entstanden sind, und wirklich für wichtige Reformen gekämpft haben, und auch noch immer kämpfen völlig überflüssig gewesen.

Im Schlafzimmer hat Feminismus nichts zu tun. Beim Sex soll es um Spaß, Lust, Erregung und Intimität für beide Seiten gehen, und da ist es mir als Frau völlig egal, ob ein paar Radikale meinen, ich hätte einen Schaden weil ich mir den Arsch versohlen lasse, oder einen Mann einen blase. Für mich ist Sex ausfüllend und lustvoll wenn ich mich als Frau fühle, und da muss ich keine Feministin sein, und keine Hosen tragen. 🙂

Bis dahin alles Liebe

Eure C. und P.

Bildquelle

 

8 Gedanken zu „Im Bett hat keiner die Hosen an

  1. Ich verstehe auch nicht was Sex mit Feminismus zu tun hat.
    Beim Sex gibt es meist dominante und devote Partner. Das passt dann ja auch, egal in welcher Konstellation.
    Schlecht sind nur die Menschen, die dabei egoistisch sind oder schlimmer noch die, die sich ihre Befriedigung mit Gewalt nehmen.

  2. Das überwiegend Frauen die devote Rolle einnehmen kann auch nicht richtig sein.. In meiner Stadt in Bremen gibt es alleine 45 praktizierende Dominas. Die versohlen im überwiegenden eine männliche Klientel.
    Ich erlebe es bei meinen weiblichen Bekannten eher so, dass gerade die feministisch angehauchten Damen gerne beim Sex politisch unkorrekt werden und sich den Arsch versohlen lassen oder sich sehr gerne und bewusst anders demütigen lassen.
    Manchmal ist es einfach das Spiel mit den sogenannten Tabus und der Moraletikette was so aufregend sein kann.

    1. Hallo du. Vielen Dank für dein Kommentar, und wir haben schon wieder etwas gelernt, denn das es doch so viele devote Männer gibt, hätten wir nicht geglaubt. Die Frage die uns auch beschäftigt ist ja auch warum viele es lieben und geniesen devot zu sein. Ich für mich als Person kenne naturlich die Antwort, aber die Tendenz ist (egal ob Mann oder Frau) steigend in Richtung devot sein. Du hast sicher Recht wenn du sagst dass die Radikal Feminisstinnen oft die Tabus brechen, ist nur interessant das es keine zugeben würde.

      1. Das mit dem zugeben könnte ein Problem sein. Ein Freundin von mir hat eine Professur für englische Geschichte und Kunst.
        Sie ist gelehrt, eloquent, feministisch, verheiratet und hat 2 Kinder.
        Ihr großer Traum wäre es, sich im Auditorium ihrer Uni von männlichen und weiblichen Studenten nackt anpissen zu lassen und vergewaltigt zu werden. Das kann man nur niemals wirklich öffentlich zugeben. Es sei denn man trifft in gewissen Foren auf ähnlich denkende.

    2. Die Männer, die zu Dominas gehen trauen sich wahrscheinlich zu Hause nicht zuzugeben, dass sie devot sind oder es sind einfach Switcher.
      Die Frauen, die ich bisher erleben durfte, und das waren durchweg sehr selbstbewusste, waren beim Sex eher devot bis gleichstark.
      Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich als Mann gar nicht interessant für dominante Frauen bin.

      1. Interessant vielleicht schon, aber eben nicht als sexualpartner. Ich kann mir auch nicht vorstellen über einen mann im bett zu dominieren, da würd ich mich sehr unwohl fühlen.

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