Die Schattenfrau

Hallo liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

                                                              Die Schattenfrau – ewige Zweite
chica-joven-y-hermosa_1
Bildquelle : Google

Ich war die Schattenfrau, über viele Jahre. Die Geliebte, die Mätresse, die Konkubine, die ewig Zweite Frau. Und auch wieder nicht. Zum besseren Verständnis für alle. Ich schreibe hier nicht aus der reinen Theorie. Ich will auch nichts schön reden, es war immer eine Hochschaubahn der Emotionen. Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt. Natürlich könnte ich jetzt zu meiner Verteidigung sagen, ich war jung und auch noch unerfahren, und das mir so etwas heute nicht mehr passieren könnte. Doch es könnte. Und es kann jeder Frau passieren, dass sie sich wieder jeglicher Vernunft und Verstandes in einen verheirateten Mann verliebt. Umgekehrt wird aber auch ein Schuh daraus, denn auch der Mann (obwohl verheiratet) kann sich verlieben in seine Schattenfrau, nämlich dann wenn es nicht nur ums Sexuelle geht.

Auch mir ist es passiert

Fangen wir aber der Reihe nach an (schon wieder greife ich mir selber vor). Ich lernte diesen Mann – nennen wir ihn mal A. – auf meinen damaligen Arbeitsplatz kennen. Ich öffnete die Türe, er stand auf der anderen Seite, und wir liefen fast ineinander. Tja, da war der Blick, der Duft der von ihm ausging, und der lockere Spruch „Das wäre jetzt der schönste Unfall  geworden, der mir je an einem Montag passiert wäre“. Da wir uns noch nicht kannten stellten wir uns vor. Den ganzen Tag kreisten wir umeinander wie zwei Adler die sich nicht aus den Augen ließen. Dann war Feierabend. Er verabschiedete sich und ging. Irgendwie war ich schon enttäuscht, aber naja- auch nicht tragisch. Da unmittelbar in  der Nähe eine Kneipe war, wo sich viele Kollegen nach Feierabend trafen, ging ich eben mal alleine auf einen Absacker hin. Und als ich das Lokal betrat – das saß ER.

Ich hätte gehen sollen  – ALLEINE

Konnte nur Zufall sein, denn ich habe mit keinem Wort diese Kneipe erwähnt. Er kam auf mich zu, und meinte „ich habe gehofft, dass Du heute hier herkommst. Deine Kollegen haben mir verraten, dass ihr hier öfters seid.“ Wir setzten uns an die Bar, und fingen an zu reden. Das nächste mal das ich auf die Uhr sah, war es weit nach Mitternacht, und der Wirt wollte Feierabend machen. Als ich mich verabschieden wollte, hielt er mich fest, und sagte „Ich muss Dir was sagen. Ich bin verheiratet.“ Kein – ach ich bin ja so unglücklich, meine Ehe läuft nicht oder sonstiges. Einfach kurz und knackig „ich bin verheiratet“. Die Logischen unter Euch werden jetzt aufschreien. JA – ich hätte Danke sagen sollen und gehen – ALLEINE. Tat ich aber nicht. Ich sagte nichts, ich nahm einfach seine Hand. Er zog mich an sich und küsste mich. Er verließ um vier Uhr morgens meine Wohnung, und ich kann jetzt nicht sagen, dass ich da schon Hals über Kopf verliebt war. Da war ich noch so realistisch, dass ich mir sagte „Ja war toll, aber der ist vergeben und hat sicher immer wieder was nebenbei laufen“.

Die Montagsfrau

Es blieb nicht bei diesem einen Mal. Ich wurde die „Montagsfrau“. Der Montag war unser Tag, und es war auch nicht so, dass wir uns nur trafen zum vögeln. Im Sommer gingen wir baden, wir gingen ins Kino (Ja ok – wir schmusten mehr als wir uns den Film ansahen 😉 ), oder wir kochten etwas zusammen. Er wollte, dass ich mit entscheiden sollte, was er sich für ein Auto als nächster kaufte, usw. Ich war TEIL seines Lebens, weil er mich dazu machte, und auch umgekehrt.  Fast ein Jahr lang vermisste ich nichts. Ich war immer schon selbstständig, und daher genoss ich auch die Zeit alleine, und freute mich auf Montag.

Probleme kamen und gingen

Die Probleme fingen erst an, als er mit seiner Frau auf Urlaub fuhr  – 3 WOCHEN lang. Handy, Whats App etc. das gab es noch nicht, und die drei Wochen wurden zur Ewigkeit. Als er dann endlich wieder da war meldete er sich erst ein paar Tage später. Ich war sauer und verletzt und beendete die Sache. Ich weinte tagelang, denn auch wenn es logisch ist die Geschichte zu beenden, weh tut es trotzdem. Ab da fing das „Auf und Ab“ Spiel an. Er kam, wir stritten das die Fetzen flogen, wir versöhnten uns wieder, und dann nach ein paar Wochen ging das Theater von vorne los. Erst als er eines Tages vor meiner Türe stand – es war KEIN Montag – mir sagte, ich soll mich anziehen, denn wir hätten einen Termin, da spürte ich das er sich entschieden hatte, und zwar ohne das ich etwas dazu tat. Wir fuhren gemeinsam zum Scheidungsanwalt, und er reichte die Scheidung ein. Leider begann dann auch der Rosenkrieg. Er und seine Frau waren ziemlich vermögend, und der Streit ums Geld zog sich über ein Jahr. Dieses ewige hin und her, die Attacken seiner „noch“ Frau hielt unsere Beziehung aber nicht aus, und wir trennten uns endgültig – friedlich, aber schmerzvoll für uns BEIDE.

Glücklicher Lebensabschnitt

Heute noch denke ich manchmal an ihn –  denn obwohl ich die Schattenfrau, war ich doch unglaublich glücklich in diesem Lebensabschnitt, und ich erlebte Dinge, die ich niemals bereue. Das Witzige war, dass wir uns im Laufe der letzten zwanzig Jahre immer wieder über den Weg gelaufen sind, wir wärmten die Geschichte aber nur einmal kurz wieder auf. Es war nicht mehr das Gleiche. Beim letzten Mal als wir uns zufällig in einem Freibad über den Weg liefen, da konnten wir über die letzen zwanzig Jahre reden, und er versicherte mir, ebenso wie ich ihn, dass es die Beste Zeit seines Lebens war, aber eben der Zeitpunkt für uns nicht bestimmt war. Zum Abschluss gaben wir uns die Hand und gingen getrennte Wege.

Ob ich es heute anders machen würde? Nein! Ich klage nicht und jammere auch nicht. Es war so wie es war.  Ob mir so etwas wieder passieren könnte? – SELBSTVERSTÄNDLICH, denn in wen man sich verliebt das kann man nicht bestimmen. Auch wenn jetzt ganz viele taffe Frauen sagen „Mir kann das nicht passieren, so blöd bin ich nicht“, dann können sie das nur sagen weil es ihnen noch nie passiert ist, und mit blöd hat das gar nichts zu tun. Und eines ist mir persönlich ganz wichtig zu sagen: Die Geliebte ist nicht der Grund warum eine Ehe auseinander geht,- sie ist maximal der Auslöser, denn die Geliebte gibt es erst dann,  wenn die Beziehung schon einen Sprung hat. Hätte sie das nämlich nicht, dann hätte die Geliebte gar keine Chance.

Nicht verurteilen

Also verurteilt nicht die Schattenfrauen sonst fragt euch selber „kann ich steuern,  in wen ich mich verliebe?“ (Diejenige die diese Frage mit JA beantwortet, würde ich aber dann sehr gerne kennen lernen 😉 ). Es gibt sicher die notorischen Fremdgeher, aber die haben nicht nur eine Geliebte, sondern immer wieder wechselnde Gespielinnen, und die fallen jetzt sicher nicht unter die Kategorie „Mr. Charming“, aber es gibt  – wie man an meinen Beispiel sieht – auch Männer die irgendwann zugeben, dass die Geliebte zur Liebe geworden ist, und handeln auch dementsprechend.

Manchmal wenn Montag ist, da denke ich noch an diese Augen, diesen Duft……

Alles Liebe

Eure C. und P.

4 Gedanken zu „Die Schattenfrau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.