Rien ne va plus….

Kein Fehler sollte außerhalb des Verzeihens liegen….

Liebe(r) Extrem Unlimited Leser(in)!

Dieser erste Beitrag seit langem hat mit Beziehung, Paar sein, BDSM, Dom und Sub aber auch mit Schmerz zu tun. Schmerz gegen den man nichts tun kann, der einen überrollt wie eine Lawine. Diese Art von Schmerz die man nicht lokalisieren kann, weil er den ganzen Körper erfasst, und jede einzelne Zelle einfach nur weh tut.

Aber ich beginne von Anfang an. Ich habe nach meiner letzten Trennung vor über einem Jahr beschlossen mich gegen Zuneigung, Liebe und auch gegen Vertrauen gegenüber einen Mann komplett zu verschliessen. Es hat für mich keinen Sinn mehr gemacht mich zu öffnen, denn es war damit eigentlich zum Schluss immer nur Schmerz verbunden. Ich stand am Ende alleine da, musste meine seelischen Scherben wieder aufsammeln, mich wieder neu ordnen und ins Reine bringen. Das kostete extrem viel Zeit und Substanz.

Es ergab sich aber, dass ein Mann die Geduld und auch die Hartnäckigkeit besaß zu warten, mir immer wieder kleine Signale zum schicken (die ich mal wieder nicht wahrnahm 😉 ), und das Gefühl vermittelte, dass ICH es wert bin zu warten. Er wartete und wir unterhielten uns oft über mein Leben, sein Leben, und unsere Vergangenheiten. Ich achtete immer peinlichst darauf, nicht zu viel von mir preis zu geben, um ja nicht wunde Punkte zu verraten, die mir im Anschluss zum Verhängnis werden könnten. Nichts ahnend das dieser Mann etwas für mich empfinden könnte, bemerkte ich an mir selbst wie ich in seiner Gegenwart weicher, offener und sicherer wurde.

Mein Leben als SUB hatte ich komplett auf Eis gelegt zu diesen Zeitpunkt, denn ich wollte auf gar keinen Fall so ein seelisches Debakel wie mit P. erleben. Ich wusste das dieser Mann auch „dominant“ veranlagt war, und das strahlte er auch für mich aus. Seine Stimme, seine Hände, wie er sprach…es war immer mit der Unterschwelligkeit der Dominanz untermalt. Es reizte mich—ER reizte mich. Es lag bestimmt auch an der Sicherheit die er ausstrahlte. Genau das war für mich gefährlich—Was passiert wenn ich mich darauf einlasse und mir dieser „Teppich“ der Sicherheit wieder genommen wird?

Nach einigen Monaten ergab sich eine gemeinsame Reise über einige Tage in einem wunderschönen Haus mitten im Grünen. Wir verstanden uns immer besser, und die Reise begann entspannt und gelöst und setzte sich auch so fort. Am ersten Abend ergab ich mich dann der Versuch einer Session, und es (bzw ER) veränderte alles. Er war dominant, er war führend, er war sicher, er hat mit einem Schlag ALLE MAUERN bei mir eingerissen. Er fing mich auf, streichelte mich, beherrschte mich und meinen Körper in einer Form die mich völlig frei machte. Ich war mir dieser Wirkung absolut bewusst, und auch klar darüber das es alles veränderte — BEI MIR. Aber war das bei ihm auch so??

Ja es war so. Er konnte mit mir gemeinsam reflektieren was passiert war, und das was wir füreinander empfinden ging plötzlich ganz leicht von den Lippen. Wir redeten Nächte lang, über alles. Es war wie wenn ich das wahnsinnige Glück hätte, doch noch zufrieden und glücklich zu sein. Ich war in den ersten Wochen noch sehr vorsichtig, aber je mehr Zeit wir miteinander verbrachten, desto sicherer und entspannter wurde ich. Das war ein Gefühl der Freiheit die man mit Worten nicht beschreiben kann.

Die Sessions wurde mehr, intensiver, fordernder, und sie brachten mich an meine Grenzen. ER brachte mich an meine Grenzen. Ich wurde aber auch mit jedem „Spiel“ selbstbewusster, innerlich stärker. Es verblüffte mich immer wieder wie er mich an Dinge heranführte die ich nicht mal im Traum gewagt hätte zu denken. Alles was ich im Bereich BDSM erlebt habe war Kinderkram gegen das was er mir gezeigt hat. Wir hatten auch Sex ausserhalb des BDSM und auch da wuchsen wir beide über unsere Grenzen hinaus. Wir wuchsen aneinander, verbrachten viel Zeit miteinander, unterhielten uns über UNS,- was wir erwarten, erhoffen, uns wünschen und das nicht nur in sexueller Hinsicht. Er versicherte mir immer wieder – weil er sofort meine Unsicherheit spürte, wenn sich sich langsam anschlich – das er mir niemals weh tun würde, mich niemals absichtlich verletzen würde, und das man über alles reden könne.

Mein Leben war bis vor 36 Stunden perfekt. Ich hatte einen Mann der mich liebt, begehrt, und wo ich mich mal sicher fühlte – uneingeschränkt, ohne Vorbehalte. Meine Zweifel hatte er in den letzten Monaten ausgeräumt. KOMPLETT. Und dann passierte etwas mit dem ich niemals gerechnet hätte. Es passierte in unseren Urlaub am letzten Abend. Weil ich eine Nachricht bekam dass sich meine Wohnungstüre nicht mehr öffnen ließ und meine Katzen aber in der Wohnung waren und nicht mehr versorgt werden konnten. Ich geriet in Panik, ich reagierte emotional. Was sollte ich tun? 600 km weit weg. Ich fühlte mich machtlos, und ich war mehr als besorgt. Übertrieben? Manche werden das behaupten, denn es sind ja nur Katzen und keine kleinen Kinder (da hätte ich auch sicher ein Problem mit dem Jugendamt). Er war da. Er versuchte mir zu helfen, aber ich wollte nicht das man mir hilft, sondern einfach NUR DA ist. Da ich weiss wie ich in solchen Situationen reagiere (nämlich sehr ungerecht gegenüber anderen, und dann oft Dinge sage die ich sofort bereue), dachte ich es wäre klüger jetzt mal zu schweigen. Das ich mich beruhige, überlegter bin und an ihm nicht meine Hilflosigkeit im Zorn auslasse.

Ich schwieg, zog mich zurück, und versucht mich zu beruhigen. Am nächsten Morgen fuhren wir heim, und ich schwieg weiter. DAS war der Kardinalsfehler!!!!!!!! Ein Fehler der sofort sanktioniert wurde. Für ihn war die „Sache mit uns erledigt“. Im Auto – EINFACH SO. Weil er es nicht ertragen kann wenn man sich so „abwendet“ von ihm, nicht mit ihm spricht. Ich versuchte meine Beweggründe zu erklären. Es half nichts. Die Welt stand nicht nur still, es war als ob ich aufhören würde zu atmen (und es ist auch jetzt noch so). Ich kann mich nicht erinnern wann ich soviel geweint habe, – knappe 300 km weinen,- da kann man wirklich von Flüssigkeitsverlust reden. Als wir dann am Bahnhof waren von wo ich heimwärts fuhr, stellte er meine Sachen neben das Auto. Da ich nicht alles mitnehmen konnte, fragte ich ihn wie wir das machen mit den restlichen Sachen. Er antwortete kurz und knapp…Wenn ich mal bei dir in der Nähe bin, kann ich sie dir ja vorbei bringen. DAS WARS!!!!

Er stieg ein und fuhr weg. Einfach so!!!! Ich wollte was richtig machen, und es war falsch. Fehler werden nicht verziehen. Fehler werden bestraft. Ich habe das Gefühl alles was ich in den letzten Monaten gewonnen zu haben auf einen Schlag verloren zu haben. Und das habe ich auch!!!!! Den Mann den ich mich öffnete, für den ich mich aufgeschlagen habe wie ein Buch, den ich liebte—-einfach weg. Ohne Aussicht auf ein rückwärts spulen. Ohne Möglichkeit auf eine Erklärung. Ohne HOFFNUNG! Ich stand da auf dem Bahnhof und kam mir so klein, winzig und austauschbar vor. Ich wurde wegrationalisiert, weil ich nicht so reagierte wie er es sich gewünscht hat. NIEMALS hätte ich gedacht das so was passieren könnte, denn wir sind Menschen, und Menschen machen Fehler. Gerade bei ihm hätte ich das niemals geahnt. Ich wollte nur mehr heim. Heim in meine Wohnung (ohne Schlüsseldienst ging es nicht), zu meinen Tieren, in mein Reich, zu meinen Dingen die mir zumindest ein wenig Sicherheit geben.

Die Nacht war die Hölle. Ich hatte Migräne, konnte nicht Schafen, und als ich dann endlich irgendwann gegen 5 Uhr einschlief und Stunden später gerädert aufwachte, dachte ich zuerst ich hätte alles nur geträumt, aber die Realität holte mich in der Sekunde wieder ein. Ich war und bin wie erstarrt. Er kann „mit meinen Ausbrüchen wegen Kleinigkeiten nicht umgehen“. Fazit: Was habe ich GEWONNEN???: Eine wunderschöne Zeit, die Erkenntnis das ich über mich hinaus wachsen kann. WAS habe ich VERLOREN????: Einen Mann den ich liebe, einen Freund mit dem ich mich aussprechen konnte, einen Geliebten der mir das Gefühl vermittelte die schönste und begehrenswerteste Frau der Welt zu sein, einen DOM der mich an den Abgrund führte um mich dann wieder aufzufangen, mir halt und Sicherheit gab, und den Mann der mich beim einschlafen in seinem T-Shirt in seinem Arm hielt, und ich geborgen einschlafen konnte.Einen Mann der mich so zum lachen bringen konnte dass mir die Tränen kamen,

Wie es weiter gehen wird? – Ja darauf habe ich keine Antwort, denn wie schon gesagt, jeder Atemzug fällt mir schwer. BITTE dieser Beitrag ist nicht dafür geschrieben worden von mir, dass ich diesen MANN schlecht mache – im Gegenteil. Selbst jetzt wüsste ich nicht was ich da schlecht machen sollte, denn alle Dinge die er getan hat in der Summe überwiegen im Positiven. Die letzte Aktion von ihm war nicht in Ordnung, aber vielleicht kann er auch nicht anders, oder es wurde ihm zu „anstrengend“ sich mit meiner Emotionalität auseinanderzusetzen? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur meine MAUERN wieder zu bauen wird lange Zeit dauern, und bis dahin werde ich mich zurück ziehen, meine Scherben wieder einsammeln und mein Leben wieder versuchen neu zu ordnen. ALLEINE!!!! Ist ja nichts mehr neues für mich.

Ich habe so gehofft, dass ich es ihm wenigstens soviel WERT bin noch einmal darüber nach zu denken, ob sein Schritt nicht doch etwas zu übereilt war, denn ich denke ich bin ein guter Mensch, aber offensichtlich nicht gut genug. Rien ne va plus—nichts geht mehr!!

Bis dahin Alles Liebe

Eure C.

Autor: extremunlimited

Extrem Unlimited Erotik ist ein Blog der speziell für Frauen ins Leben gerufen wurde. Es hat nicht immer was mit "Blümchensex" zu tun, sondern beschreibt auch "dunkle Seiten" der Erotik. Ein Blog der keine Frage unbeantwortet lässt, und auch erotische Geschichten und lustiges zu bieten hat.

3 Kommentare zu „Rien ne va plus….“

  1. Auch wenn ich den „Like“ Button gedrückt habe, gefällt mir nicht was Dir widerfahren ist. Du hast jedoch auf eine berührend sachlich, emotionale Art beschrieben was passiert ist und was es in und mit Dir anrichtet, Danke dafür!
    Ich wünsch Dir Menschen die Dich auffangen, die Dir gut tun.
    Lass Dich drücken.

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    1. Vielen lieben Dank für deine Worte, ich werde sicher sehr lange brauchen um das zu überwinden, aber ich bin auch soviel Realist dass an so etwas immer beide einen Anteil an Schuld haben. Ich bin nur einfach machtlos und das erschöpft.

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